Die Herzfrequenzvariabilität in der perioperativen Betreuung

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Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist ein Maß für das Gleichgewicht zwischen Parasympathikus und Sympathikus und gilt daher als nützliche Informationsquelle für den Anästhesisten, vor allem bei schwerkranken Patienten, sagt Prof. Thomas A. Anderson von der Stanford University School of Medicine in Kalifornien. Denn die HRV erlaubt die Erfassung von Informationen über das autonome Nervensystem in Echtzeit und damit auch eine zeitnahe Anpassung der Analgesie bei Patienten auf der Intensivstation oder im Operationssaal. Zu HRV ist derzeit bekannt:

  • Eine verminderte und abnorme Ruhe-HRV sind Prädiktoren für den plötzlichen und nicht-plötzlichen Herztod.

  • Neuer Evidenz zufolge ist eine verminderte HRV bei Trauma- und Sepsis-Patienten mit schlechteren Outcomes assoziiert.

  • Eine verminderte HRV ist zudem mit der Entwicklung einer Hypotonie nach Einleitung der Vollnarkose beziehungsweise nach Platzierung einer intrathekalen Lokalanästhesie assoziiert.

  • Die HRV scheint bei tief sedierten Intensivpatienten sowie bei Patienten unter Vollnarkose eine akkurate Einstufung des Nozizeption-Analgesie-Gleichgewichts zu erlauben. 

Derzeit fehlt es allerdings noch an Studien, die den prognostischen Aussagewert der präoperativen HRV bei chirurgischen Patienten untersuchten, so Prof. Anderson. Die HRV als präoperativer Prognosefaktor könnte die individuelle Anpassung der intraoperativen Analgesie und somit auch die Outcomes verbessern, so die amerikanische Anästhesist.

Quelle: Thomas Anthony Anderson: "Heart rate variability: implications for perioperative anesthesia care", urrent Opinion in Anaesthesiology. Publish Ahead of Print():, SEP 2017, DOI: 10.1097/ACO.0000000000000530. 

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