Innovative Überwachung der Nozizeption

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Die Verabreichung von Analgetika ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Narkose; zur Messung der Nozizeption werden derzeit physiologische Variablen mit Herzfrequenz oder Blutdruck eingesetzt. Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben nun bessere Indikatoren identifiziert. 

Die Autoren untersuchten drei Indices in Bezug auf die diagnostische Genauigkeit und die Eignung als Prädiktor eines nozizeptiven Ansprechens: den „Analgesia Nociception Index“ (Herzfrequenzvariabilität), „Surgical Pleth Index“ (Photoplethysmographie) und Pupillendilatation und verglichen sie mit den klassischen Parametern Herzfrequenz, mittlerer Blutdruck und Bispektralindex. Primärer Endpunkt war die Korrelation zwischen Δ Werten und verabreichter Remifentanil-Dosierung. Die Ergebnisse: Die untersuchten Indices hatten eine höhere Sensitivität und Spezifität als die klassischen Marker. Der Bispektralindex im Speziellen erwies sich als ein nur schlechter Marker der Analgesie, er sollte daher nicht mehr in dieser Funktion eingesetzt werden.

38 Patienten unterzogen sich einer Vollnarkose mit Propofol und Remifentanil in ansteigender Dosierung. Auf jeder Analgesiestufe wurden standardisierte elektrische Stimulationen verabreicht. Analgesia Nociception Index, Surgical Pleth Index und die Pupillendilatation zeigten im Vergleich zu Herzfrequenz, mittlerem Blutdruck und Bispektralindex eine hohe Sensitivität und Spezifität (PK jeweils 0,98, 0,87 und 0,98 vs. 0,74, 0,75 und 0,55). Die Remifentanil-Dosierung hatte einen Effekt (P < 0,001) auf alle Parameter mit Ausnahme des Bispektralindex (P = 0,216). 

Analgesia Nociception Index, Surgical Pleth Index und Pupillendilatation sind besser zum Nachweis von Schmerzen während der Narkose geeignet als Herzfrequenz und mittlerer arterieller Blutdruck. Der Bispektralindex ist nicht als Marker der Analgesie geeignet. 

Quelle: Funcke, S. et al.: "Validation of Innovative Techniques for Monitoring Nociception during General Anesthesia: A Clinical Study Using Tetanic and Intracutaneous Electrical Stimulation", Anesthesiology 8 2017, Vol.127, 272-283, doi:10.1097/ALN.0000000000001670. 

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