Propofol hemmt Wundverschluss in vitro

Foto: iStock.com/Zerbor

Propofol wird in der klinischen Praxis weit verbreitet für die Einleitung und Erhaltung der Anästhesie eingesetzt und grundsätzlich als gut verträgliches Narkosemittel eingestuft. Forscher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel wiesen nun nach, dass Propofol in hohen Konzentrationen die Permeabilität der endothelialen Zellschichten erhöht und den Wundverschluss in vitro hemmt. Die Autoren fordern nun weiterführende klinische Studien, um den Einfluss von Propofol auf die endotheliale Wundheilung zu klären. 

Die Studie untersuchte die Auswirkungen von Propofol in verschiedenen Konzentrationen (10, 30, 100µmol/l) auf humane umbilikale venöse Endothelzellen (HUVEC) in Bezug auf Zellschädigung, metabolische Aktivität, Barrierefunktion und Wundverschluss. 

Propofol änderte zwar nicht die Morphologie intakter HUVEC-Zellen und führte auch zu keiner Zellschädigung oder Beeinflussung der metabolischen Aktivität. Die Permeabilität der HUVEC-Monoschicht wurde allerdings durch Propofol (100µmol/l) erhöht (P < 0,05), und der Wundverschluss wurde durch Propofol 30 und 100µmol/l gehemmt (P jeweils < 0,05 und < 0,01). Dieser Effekt war mit einer erhöhten Phosphorylierung extrazellulärer signal-regulierter Kinasen (Erk) 1/2 (30 und 100µmol/l, beide P < 0,05) und mit einer verminderten Phosphorylierung von Rho Kinase (Rock) (100µmol/l; P < 0,05) assoziiert. 

Das Fazit der Autoren: Propofol schädigt zwar keine intakten endothelialen Zellen, erhöht aber in hoher Konzentration die Permeabilität einer Endothelzell-Monoschicht und hemmt den Wundverschluss in vitro. 

Quelle: Zitta, K. et al.: "Effects of propofol on wound closure and barrier function of cultured endothelial cells: An in vitro experimental study", European Journal of Anaesthesiology, SEP 2017, DOI: 10.1097/EJA.0000000000000715. 

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