Distale Pankreatektomie: Drainage nicht zwingend erforderlich

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Ist eine intraperitoneale Drainage bei distaler Pankreatektomie (DP) zwingend erforderlich? Aufgrund der Datenlage sind derzeit keine eindeutigen Schlussfolgerungen möglich. Die Autoren der vorliegenden Untersuchung stellten die Hypothese auf, dass eine DP ohne intraperitoneale Drainage nicht zu einem Anstieg der Rate schwerer Komplikationen führen würde. Die Ergebnisse bestätigten die Hypothese. 

Eingeschlossen waren 344 DP-Patienten. Bei 174 Patienten wurde eine intraperitoneale Drainage durchgeführt, bei 170 nicht: Beide Gruppen waren ähnlich bezüglich Demographie, Komorbiditäten, Pankreastextur und Operationstechnik. Komplikationen sowie deren Schweregrad wurden 60 Tage lang nachbeobachtet, die Mortalität wurde für 90 Tage erhoben.

Beide Gruppen hatten ähnliche Raten von ≥ Grad 2-Komplikationen: 44 Prozent in der Gruppe mit Drainage vs. 42 Prozent in der Gruppe ohne Drainage (P = 0,80). Vergleichbare Ergebnisse zeigten sich auch bezüglich der Rate klinisch relevanter postoperativer Pankreasfisteln (18 vs. 12 %, P = 0,11) beziehungsweise Mortalität (0 vs. 1 %, P = 0,24). Und auch in der postoperativen Bildgebung sowie hinsichtlich der Raten für Re-Operation, neuerlicher Krankenhausaufnahme oder Lebensqualität war kein signifikanter Unterschied zu beobachten. Die DP ohne routinemäßige intraperitoneale Drainage war lediglich mit einer höheren Inzidenz intraabdomineller Flüssigkeitsansammlung verbunden (9 vs. 22 %, P = 0,0004). 

Dieser Trial bietet erstmals die Evidenz für die vergleichbaren klinischen Outcomes nach DP mit oder ohne intraperitoneale Drainage. 

Quelle: Van Buren, George II et al.: "A Prospective Randomized Multicenter Trial of Distal Pancreatectomy With and Without Routine Intraperitoneal Drainage", Annals of Surgery: September 2017 - Volume 266 - Issue 3 - p 421–431, doi: 10.1097/SLA.0000000000002375. 

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