Individueller metabolischer OP-Score

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In den USA machen Roux-Y-Magenbypässe (RYGB) sowie Magenschlauchbildung (SG) mehr als 95 Prozent aller bariatrischen Eingriffe bei Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2DM) aus. Dennoch gibt es bislang kein validiertes Modell, um das für den Patienten am besten geeignete Vorgehen auszusuchen. Die vorliegende US-spanische Studie an 659 T2DM-Patienten erstellte ein Scoringsystem, das eine evidenzbasierte Auswahl eines bariatrischen Eingriffs je nach T2DM-Schweregrad erlaubt.

Die Autoren stellten fest, dass sieben Jahre nach dem Eingriff bei 49 % der RYGB sowie 28 Prozent der SG-Patienten eine Remission der Krankheit vorlag (HbA1C ohne Medikation < 6,5 %). Als unabhängige Prädiktoren einer langfristigen Remission wurden vier Faktoren erkannt: präoperative Krankheitsdauer (P < 0,0001), präoperative Anzahl der Diabetes-Medikamente (P < 0,0001), Insulingebrauch (P = 0,002) und glykämische Kontrolle (HbA1C < 7 %) (P = 0,002). Diese vier Faktoren flossen in die Erstellung des „Individualized Metabolic Surgery“ (IMS)-Scores ein, der die Diabetespatienten in drei Gruppen unterteilt: 

  • Bei leichtem T2DM (IMS ≤ 25) führten beide bariatrische Eingriffe zu einer signifikanten Verbesserung der Krankheit.

  • Bei schwerem T2DM (IMS > 95) hatten beide Eingriff eine ähnlich schwache Wirkung bezüglich der Remission des Diabetes.

  • In der mittleren Gruppe erwies sich der RYGB-Eingriff jedoch als signifikant effektiver als eine SG (wahrscheinlich aufgrund der stärker ausgeprägten neurohormonalen Auswirkung).  

Die Kategorisierung eines T2DM in drei Schweregrade erlaubt evidenzbasiert eine bessere Auswahl der Patienten für RYGB oder SG, schließen die Autoren. 

 
Quelle: Aminian, A. et al.: "Individualized Metabolic Surgery Score: Procedure Selection Based on Diabetes Severity", Ann Surg. 2017; doi: 10.1097/SLA.0000000000002407.

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