Glenoidaler Knochenverlust: Ab wann ist Instabilität zu erwarten?

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Üblicherweise wird ein glenoidaler Knochenverlust von mehr als 20 bis 25 Prozent als Schwellenwert für schlechte chirurgische Outcomes nach einer Weichgewebereparatur bei vorderer Schulterinstabilität gesehen, berichten südkoreanische Forscher. Kürzlich veröffentlichte Studien haben allerdings erste Hinweise darauf gegeben, dass dieser Schwellenwert weitaus niedriger angesetzt werden sollte. Die vorliegende Erhebung bestätigt diese Vermutungen: Der entsprechende Schwellenwert, der zu rezidivierender glenohumeraler Instabilität führte, lag hier bei 17,3 Prozent. 

169 Patienten mit vorderer Glenoiderosion wurden je nach Menge des glenoidalen Knochenverlusts auf zwei Gruppen unterteilt: Gruppe A (n=134, weniger als der kritische Wert) und Gruppe B (n=35, mehr als der kritische Wert). Die Patienten evaluierten ihre Schulterfunktion mittels SANE-Score („Single Assessment Numeric Evaluation“), die postoperativen klinischen Outcomes wurden mittels ASES-Score („American Shoulder and Elbow Surgeons“) und Rowe-Score eingestuft. Als chirurgisches Versagen definierten die Autoren den Bedarf einer Revisionsoperation oder die Anwesenheit subjektiver Symptome der Instabilität.

Der kritische Wert für glenoidalen Knochenverlust betrug 17,3 Prozent (AUC 0,82; Sensitivität: 75 %, Spezifität: 86,6 %). Patienten der Gruppe B wiesen signifikant niedrigere funktionelle Schulterscores auf als A-Patienten (P < 0,001) und erlebten viel häufiger ein chirurgisches Versagen (42,9  % vs. 3,7 %; P < 0,001). Sie hatten außerdem einen signifikant niedrigeren SANE-Score als Gruppe A-Patienten (83,8 vs. 92,9, P = 0,001). 

Ein vorderer glenoidaler Knochenverlust von 17,3 Prozent oder mehr (in Bezug auf die längste ap Glenoidbreite) ist als kritischer Schwellenwert von Knochenverlust zu sehen, der nach arthroskopischer Bankart-Operation zu rezidivierender glenohumeraler Instabilität führen kann. 

 
Quelle: Sang-Jin Shin et al.: "Critical Value of Anterior Glenoid Bone Loss That Leads to Recurrent Glenohumeral Instability After Arthroscopic Bankart Repair", The American Journal of Sports Medicine, Volume: 45 issue: 9, page(s): 1975-1981, DOI: https://doi.org/10.1177/0363546517697963. 

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