Tranexamsäure bei Transfusion: Nicht empfohlen

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Den intraoperativen Blutverlust minimieren und allogene Transfusionen soweit wie möglich einschränken: Dies sind zwei Vorgehensweisen, mit denen die Outcomes von chirurgischen Patienten verbessert werden könnten. Tranexamsäure (TXA) ist dabei allerdings nicht von Nutzen, schlussfolgern die Autoren der vorliegenden US-amerikanischen Untersuchung an 88 Patienten mit Hüftfraktur. 

42 Patienten wurden auf die TXA-Gruppe randomisiert, 46 Patienten erhielten Placebo. Der primäre Endpunkt war der Bedarf für eine allogene Bluttransfusion, zu den sekundären Endpunkten zählten der geschätzte Blutverlust („estimated blood loss“, EBL) und das Auftreten venöser Thromboembolien (VTE).  

Insgesamt erhielten 40,9 Prozent der Patienten eine Transfusion, der durchschnittliche geschätzte Blutverlust betrug 635 ml. Die beiden Gruppen zeigten keine signifikanten Unterschiede bezüglich Transfusionsinzidenz, Anzahl der transfundierten Einheiten, EBL oder Auftreten einer VTE. Eine Transfusion war signifikant wahrscheinlicher bei Patienten mit niedrigen präoperativen Hämoglobinwerten, höherem intraoperativen Blutverlust und längeren Operationszeiten.

Im Vergleich zu Placebo führte Tranexamsäure zu keiner signifikanten Veränderung von Transfusionsrate, EBL oder VTE. Sollte es dennoch einen potentiellen Nutzen geben, so scheint dieser von anderen Faktoren überlagert zu werden, insbesondere präoperative Anämie und Operationsdauer, die beide sehr variabel sind, erklären die Autoren. Der routinemäßige Einsatz von TXA im Setting der offenen Reposition und internen Fixierung von Hüftgelenksfrakturen kann aufgrund dieser Ergebnisse nicht empfohlen werden.

Quelle: Lack, W. D. et al.: "Effect of Tranexamic Acid on Transfusion: A Randomized Clinical Trial in Acetabular Fracture Surgery", Journal of Orthopaedic Trauma: October 2017 - Volume 31 - Issue 10 - p 526–530, doi: 10.1097/BOT.0000000000000968. 

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